ESSEN (Dow Jones)--Die RWE
AG erwartet nicht, dass es auf dem Anfang Juli
geplanten Energiegipfel eine Einigung auf längere
Laufzeiten der deutschen
Atomkraftwerke geben wird. Eine solche Erwartung halte er für "nicht
realistisch", sagte Konzernvorstand Ulrich Jobs am Donnerstag in Essen. RWE
hoffe dennoch, bei dem Treffen im Kanzleramt "mehr Nachdenklichkeit" in die
politische Debatte zu bringen, die später einmal zu einer Änderung des
Atomgesetzes führen könnte.
/> Auf dem Energiegipfel am 3. Juli in Berlin wollen Vertreter der Regierung,
der Industrie und der Energiewirtschaft zum dritten Mal unter der Leitung von
Kanzlerin Angela Merkel über die langfristige Energieversorgung in Deutschland
beraten. Im Blickpunkt dieses Treffens soll der künftige Energiemix in
Deutschland stehen. Für RWE will der Vorstandsvorsitzende Harry Roels an dem
Gipfel teilnehmen.
Ulrich Jobs, der bei dem Essener Energiekonzern das Kraftwerksgeschäft
verantwortet, verwies noch einmal darauf, dass längere
Laufzeiten der
bestehenden Anlagen volks- und betriebswirtschaftlich und auch klimapolitisch
der richtige Schritt seien. Der Ausstiegsbeschluss aus der Atomkraft sei "kein
Vertrag unter Gleichen" gewesen. Die Kernkraftbetreiber hätten damals "nicht
auf Augenhöhe verhandelt". Sie hätten den Konsens mittragen müssen, weil der
Schaden für sie sonsten noch größer gewesen wäre.
Jobs zeigte sich in diesem Zusammenhang zugleich optimistisch, dass RWE den
Rechtsstreit mit dem Bundesumweltministerium um eine Laufzeitverlängerung beim
Atomkraftwerk Biblis gewinnen wird. "Wir sind sehr zuversichtlich, glauben,
dass wir erfolgreich sein werden und Biblis weiter betreiben können", sagte
Jobs. Die RWE-Position in dem Streit werde durch verschiedene Gutachten
gestützt.
Das Bundesumweltministerium hatte RWE im Mai endgültig untersagt,
Strommengen aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich auf Biblis A zu
übertragen. RWE wollte durch die Mengenübertragung erreichen, dass Biblis A
nicht schon 2008 abgeschaltet wird. RWE hatte schon Ende April Klage gegen das
Ministerium eingereicht.
Webseite: http://www.rwe.de/
-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires; +49 (0)211 - 13872 14,
andreas.heitker@dowjones.com
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