DJ UPDATE2: Munich Re will 2010 mehr als 2 Mrd EUR Gewinn einfahren
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Von Rüdiger Schoß
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Auch nach dem verheerenden Erdbeben in Chile und dem Orkan Xynthia in Westeuropa hat die Munich Re ihr Gewinnziel für das laufende Jahr bestätigt. Der Konzern, der wegen der beiden Naturkatastrophen mit einer Belastung von 500 Mio EUR rechnet, hält weiterhin mehr als 2 Mrd EUR Konzerngewinn vor Dritten für erreichbar. Bei der Vorlage der endgültigen Bilanzzahlen am Mittwoch kündigte der gemessen am Prämienaufkommen weltgrößte Rückversicherer zudem an, 2011 solle das Ergebnis wieder steigen.
Die beiden jüngsten Naturkatastrophen dürften Munich Re brutto mit 500 Mio EUR belasten, schätzt der Münchener DAX-Konzern. Dabei entfallen allein 100 Mio EUR auf den Winterorkan, der am letzten Februarwochenende vor allem in Frankreich, aber auch auf der iberischen Halbinsel und in Deutschland große Schäden hinterließ. Das Erdbeben in Chile gehörte mit einer Magnitude von 8,8 zu den schwersten, die je gemessen wurden. Der Konzern gehe davon aus, dass rund 6,5% der Schadenssumme eines Jahres aus Naturkatastrophen resultiert. Xynthia und das Erdbeben machten nun allein 3 bis 3,5 Prozentpunkte oder die Hälfte der erwarteten Katastrophenschäden aus.
"Wir streben erneut ein Konzernergebnis von über 2 Mrd EUR an", sagte Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard. Vom Auftreten weiterer Großschäden sei jetzt abhängig, ob das Jahresziel 2010 erreicht werde. Angesichts der außergewöhnlichen Belastungen zu Jahresbeginn müssten "die zufallsbedingten Großschäden im weiteren Jahresverlauf unter den Erwartungen bleiben". Nach dem harten Winter sollten bereits Kfz- und Leitungs-Schäden zusätzlich zu einer "spürbaren" Schadenbelastung im ersten Quartal führen, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider.
Das Jahr 2009 beendete die Munich Re wie bekannt mit einem auf 2,52 (Vorjahr: 1,56) Mrd EUR gesteigerten Konzernergebnis nach Dritten. Die Aktionäre sollen mit einer um 25 Cent auf 5,75 EUR erhöhten Dividende daran teilhaben.
Für 2010 hat sich der Konzern eine Steigerung des Prämienaufkommens in der Erst- und Rückversicherung auf 41 Mrd bis 43 Mrd EUR vorgenommen. 2009 buchte Munich Re Bruttobeiträge im Volumen von 41,4 Mrd EUR. Bei den Erneuerungsrunden in der Rückversicherung zum 1. April und zum 1. Juli rechnet der Münchener Konzern mit unveränderten bis leicht sinkenden Prämien. Das Erdbeben vor Chile dürfte zu einem etwas härteren Markt mit steigenden Prämien bei Katastrophendeckungen führen, sagte von Bomhard.
Am langfristigen Ziel von 15% Rendite auf das Risikokapital (RoRaC) nach Steuern hält das Unternehmen fest. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus werde es jedoch "deutlich schwerer" zu erreichen sein. Da der Konzern seine Anlagen gezielt von Aktien in festverzinsliche Wertpapiere umgeschichtet hat, sei für 2010 und die folgenden Jahre mit einer Rendite auf Kapitalanlagen (RoI) von unter 4% zu rechnen.
Finanzvorstand Jörg Schneider kündigte an, das Risikoprofil wieder leicht zu erhöhen, er werde "aber nicht grundlegend von unserer ausgewogenen Anlagepolitik abrücken". Ende 2009 lag die Aktienquote der Munich Re bei 2,8%, und damit 1,2 Prozentpunkte niedriger als noch ein Jahr zuvor. Von den gehaltenen Staatsanleihen der Munich Re entfallen 16% auf die Länder Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Portugal.
Der Bestand an Kapitalanlagen stieg bis zum Jahresende um 7,2 Mrd EUR bzw 4,1% auf 182,2 Mrd EUR. Musste Munich Re für 2008 noch 4,7 Mrd EUR auf das Aktienportfolio abschreiben, so ergaben sich für 2009 lediglich noch Abschreibungen von 218 Mio EUR. Inzwischen kann sich der Vorstandsvorsitzende vorstellen, den Aktienanteil im Portfolio auf 5% oder darüber von 2,8% zum Jahreswechsel zu erhöhen. "Sehr viel über 5% können wir uns nicht vorstellen", sagte von Bomhard.
Die Munich Re hat in der vergangenen Woche griechische Bonds zugekauft. Finanzvorstand Jörg Schneider sagte am Mittwoch in München, bei der Bond-Auktion habe der Konzern zwar einige Papiere erhalten, aber nicht in einer "signifikanten Größenordnung". Zum Jahreswechsel habe das Portfolio griechischer Staatsanleihen 2,1 Mrd bis 2,2 Mrd EUR betragen.
Investments in griechische Staatsanleihen seien "kein Tabu", da das Ausfallrisiko akzeptabel sei, sagte Finanzvorstand Schneider. Der Konzern halte das Risiko im Vergleich zur Rendite für vertretbar. Bei der Auktion habe der Konzern deshalb in "nicht signifikantem" Maß zugekauft. Der Konzern gehe jedoch keine großen Wetten ein. Mit rund 3% der insgesamt gehaltenen Staatsanleihen im Volumen von 164 Mrd EUR sei das Risiko "sehr maßvoll".
Als sehr positive Reaktion auf die Arbeit der vergangenen Jahre wertet von Bomhard den Einstieg des US-Investors Warren Buffett. Buffett hätte sicher nicht in das Unternehmen investiert, wenn er die Strategie nicht für gut gefunden hätte, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der US-Investor, der bereits größter Aktionär ist, hält direkt und indirekt mehr als 5% und kann am Donnerstag Optionen über knapp 2% der Stimmen ausüben.
An der Frankfurter Börse stieg die Munich-Re-Aktie bis 14.21 Uhr in einem etwas festeren Gesamtmarkt um 0,5% auf 116,85 EUR. Der Ausblick sei etwas optimistischer als noch Anfang Februar, urteilte UniCredit-Analyst Bernd Müller-Gerberding. Die Gewinnprognose sei lediglich ein Minimalziel und enthalte bereits die jüngsten Katastrophenschäden, begründete er seine Einschätzung. Generell sei das Marktumfeld für Rückversicherer jedoch schwierig, da Preisentwicklung und Nachfrage stagnierten.
Webseite: www.munichre.com
-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires;
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(Ulrike Dauer hat zu diesem Bericht beigetragen.)
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March 10, 2010 08:24 ET (13:24 GMT)
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