DJ UPDATE2: E.ON wartet auf Bernotat-Nachfolger
(NEU: Zusammenfassung, aktualisierter Aktienkurs)
Von Martin Rapp
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Energiekonzern E.ON blickt etwas skeptischer auf die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr. Die bestehende Unsicherheit lässt Deutschlands größten Versorger mit großen Versprechungen zögern. Nicht zuletzt sorgt dafür auch der anstehende Wechsel an der Spitze des Unternehmens.
Das Unternehmen prognostiziert für 2010 einen Anstieg des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) von maximal 3%, wie aus der Mitteilung der Düsseldorfer E.ON AG am Mittwoch hervorgeht. Der um Einmaleffekte bereinigte Konzernüberschuss soll stabil gehalten werden.
Vor einem Jahr hatte E.ON noch ein bereinigtes EBIT von 11 Mrd EUR für 2010 in Aussicht gestellt. Durch die vorgenommenen Teilverkäufe sei aber mit einem um 900 Mio EUR niedrigeren Gewinn zu rechnen, hatte der Konzern bereits im Jahresverlauf die Investoren auf ein Unterschreiten des avisierten Werts eingestellt. Rein rechnerisch wären also 10,1 Mrd EUR zu erwarten gewesen. Bei der von E.ON nun angekündigten maximalen Steigerung um 3% dürfte sich das bereinigte EBIT 2010 aber auf höchstens 9,94 Mrd EUR belaufen, nachdem es 2009 bei 9,65 Mrd EUR lag.
In dem am gleichen Tag vorgestellten Geschäftsbericht verzichtete E.ON auf einen Ausblick für 2011 und auch auf der Pressekonferenz äußerte sich der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat nicht dazu. Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung und weiterer Auswirkungen der Finanzkrise sei das Jahr aus heutiger Sicht nicht zu prognostizieren, hieß es.
Doch für den Sommer dieses Jahres kündigte Bernotat an, dass sein designierter Nachfolger Johannes Teyssen einen Ausblick auf die Zukunft geben werde. Teyssen werde dann seine der Vorstellungen der strategischen Weiterentwicklung präsentieren und neue Ziele für die Zeit nach 2010 setzen.
Bernotat wird sein Amt mit Ablauf seines Vertrages Ende April an Teyssen übergeben. Er steht seit Mai 2003 an der Spitze des Unternehmens. Teyssen, der seit 2004 im Vorstand von E.ON sitzt und momentan für das operative Geschäft zuständig ist, wurde im August zum Nachfolger von Bernotat bestimmt.
Im letzten voll von Bernotat zu verantwortenden Geschäftsjahr ist das bereinigte EBIT um 2% zum Jahr zuvor zurückgegangen, obwohl sich E.ON zu Jahresanfang ein Ergebnis auf Vorjahresniveau vorgenommen hatte. Der bereinigte Konzernüberschuss, bei dem der Konzern zuletzt einen Rückgang um 3% bis 5% in Aussicht gestellt hatte, schrumpfte letztlich um 4,8% auf 5,33 Mrd EUR. Die Dividende, deren Basis diese Kennziffer bildet, soll aber auch für 2009 bei 1,50 EUR je Aktie liegen.
Grundlage der niedrigeren Gewinne ist der um 6% auf knapp 82 Mrd EUR gesunkene Umsatz. Dies führt E.ON auf gesunkene Preise im Gashandelsgeschäft und den rückläufigen Gasabsatz, Währungsumrechnungseffekte sowie geringere Erzeugungsmengen aus Kern- und Wasserkraftwerken in Nordeuropa zurück.
Mit den Ergebnissen lag E.ON unter den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten. Diese hatten geringere Rückgänge prognostiziert. "Durch die Bank enttäuschend" findet Analyst Sebastian Kauffmann von Cheuvreux die Zahlen. Dennoch notieren E.ON-Papiere gegen 13:43 Uhr mit einem Plus von 0,9% bei 27,14 EUR und schlug sich damit besser als der DAX.
Die größten Einbußen musste E.ON 2009 in der Gassparte hinnehmen. Deren Absatz schrumpfte um ein Fünftel, was laut E.ON auch an der schwachen Nachfrage in Krisenzeiten lag. Der Gewinn des Bereichs, die 2008 noch für über ein Viertel des Konzernüberschusses gesorgt hatte, brach um ein Drittel ein.
Zuletzt beobachtete der Konzern jedoch eine Erholung beim Gasabsatz. Im Januar und Februar sei der Absatz der Tochter Ruhrgas nach vorläufigen Schätzungen um 16% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie aus einer im Internet veröffentlichten Präsentation für Analysten hervorgeht. Ruhrgas bildet den Kern der Gassparte von E.ON.
Entscheidend für die weitgehende Stabilität des bereinigten EBIT war 2009 die deutliche Steigerung in der Sparte "Neue Märkte". Neukonsolidierungen in Italien und eine Verdopplung bei erneuerbaren Energien führten unter anderem zu einem Anstieg des Bereichsgewinns auf 862 Mio von 90 Mio EUR im Jahr zuvor. In der Handelssparte steigerte E.ON den Gewinn auf 949 Mio von 645 Mio EUR.
Im vergangenen Jahr baute der Konzern seinen Schuldenstand nur leicht ab. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung reduzierte sich um 280 Mio auf 44,67 Mrd EUR. Das ist das 3,3-fache des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). E.ON strebt bei diesem Faktor einen Wert von 3,0 an, die laut Finanzvorstand Marcus Schenck innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate erreicht sein sollen.
Neben dem fortgesetzten Sparprogramm will E.ON dafür auch die Investitionen drosseln. Wurden vergangenes Jahr noch 12 Mrd EUR ausgegeben, so sind für dieses Jahr 10 Mrd EUR, für 2011 ein Betrag von 8 Mrd EUR und für 2012 rund 6 Mrd EUR an Investitionen eingeplant.
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-Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires,
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March 10, 2010 07:44 ET (12:44 GMT)
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