DJ Kräftige Kurgewinne in Europa - Übernahmen sorgen für Dynamik
FRANKFURT (Dow Jones)--Kräftige Kursgewinne haben am Montag die europäischen Börsen erzielt. Investoren sahen es als positiv an, dass wieder größere Akquisitionen an der Börse getätigt werden. Bisher war es kaum möglich, am Kapitalmarkt das notwendige Geld für eine solche Transaktion zu bekommen. Dies hat sich nun geändert, der britische Versicherer Prudential hat die Finanzierung für eine große Übernahme auf die Beine gestellt. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Handel mit einem Plus von 1,6% oder 44 auf 2.772 Punkte, der Stoxx-50 rückte um 1,1% bzw 26 auf 2.496 vor.
Gute Nachrichten gab es am Vormittag aus Großbritannien. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hat im Februar seinen hohen Stand halten können, der Index notierte wie im Vormonat bei 56,6. Der Index liegt nun den fünften Monat in Folge über der Marke von 50 Punkten, was auf ein Wachstum des Sektors hindeutet.
Kein eindeutiges Bild lieferte am Nachmittag der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe aus den USA ab. Leicht negativ wurde aufgenommen, dass der Einkaufsmanagerindex im Februar auf 56,5 Punkte von 58,4 gesunken ist. Positiv wurde dagegen der Anstieg der Beschäftigungskomponente im Hinblick auf den wichtigen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag herausgestellt. Prudential kauft sich in Asien ein
Der britische Versicherer Prudential kauft das asiatische Lebensversicherungsgeschäft der American International Group (AIG) für insgesamt 35,5 Mrd USD. 25 Mrd USD des Kaufpreises für die AIA Group entrichte Prudential in bar, die restlichen 10,5 Mrd USD in neuen Prudential-Aktien. Zur Finanzierung der Barkomponente werde der britische Lebensversicherer eine Kapitalerhöhung über 20 Mrd USD durchführen sowie 5 Mrd USD an neuen Schulden aufnehmen.
Kurzfristig belastet die Kapitalerhöhung und der hohe Kapitalbedarf den Aktienkurs. Mittelfristig offeriere der Kauf allerdings dem britischen Versicherer eine ganz neue Perspektive, da er mit einem Schlag eine sehr gute Position in den Wachstumsmärkten Asiens einnehme, hieß es aus dem Handel. Die Aktie verlor 12% auf 530 p. Auch Merck kauft zu - Aktie gesucht
Nach der schweizerischen Serono übernimmt der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck die auf Labortechnologien und -dienstleistungen spezialisierte Millipore aus Massachusetts im Gesamttransaktionsvolumen von 5,3 Mrd EUR. "Auf den ersten Blick sieht die Übernahme zwar teuer aus", so Heino Ruland von Ruland Research, positiv sei aber, dass Merck schon kurzfristig einen positiven Gewinnbeitrag erwarte.
Die Analysten der UBS schätzen, dass die Akquisition zwar in diesem Jahr das Ergebnis je Aktie um 2% schmälern wird, in den Jahren 2011 bis 2013 dürfte sich aber eine Steigerung um 2%, 4% und 5% ergeben. Merck legten um 2,9% auf 59,50 EUR zu.
HSBC legte enttäuschende Zahlen vor - Banken die Verlierer
"Die Zahlen von HSBC sind schwach", so ein Händler. Die britische Bank hat im vergangenen Jahr dank eines höheren Handelsergebnisses zwar den Gewinn gesteigert, die Erwartungen des Marktes aber nicht erreicht. Der Nettogewinn betrug im vergangenen Jahr 5,83 Mrd USD, verfehlte allerdings die Erwartungen von Analysten, die im Konsens 6,4 Mrd USD erwartet hatten.
Profitieren konnte die Bank vom Nettohandelsergbnis, das auf 9,86 (6,56) Mrd USD stieg. Hingegen belasteten die weiter gewachsenen Abschreibungen auf Kredite sowie Rückstellungen für Kreditrisiken, die sich im vergangenen Jahr auf 26,49 (Vorjahr: 24,94) Mrd USD beliefen. Die Aktie verlor 5,2% auf 682 p, der britische Wettbewerber Barclays notiert 0,1% leichter bei 312,15 und der europäische Bankensektor gab um 0,4% nach.
Erdbeben in Chile rückte Rohstoffunternehmen in den Blick
Das schwere Erdbeben in Chile lenkte die Blicke der Börsianer auf den Rohstoffsektor und hier insbesondere auf solche Unternehmen, die in der Kupferherstellung unterwegs sind. Chile ist weltweit der bedeutendste Kupferproduzent, weshalb es nicht verwundert, dass nach dem Beben der Kupferpreis deutlich gestiegen ist. BHP verteuerten sich um 3,2% auf 2.072 p, Rio Tinto um 3,1% auf 3.468 und der Sektor der Minenwerte notierte 2,3% höher.
Europäische Schlussstände für Montag, den 1.3.2010:
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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2772,70 44,23 1,6 -6,5
. Stoxx-50 2496,06 25,88 1,0 -3,2
. Stoxx-600 248,69 2,89 1,2 -1,8
Frankfurt XETRA-DAX 5713,51 115,05 2,1 -4,1
London FTSE-100 5405,94 51,42 1,0 -0,1
Paris CAC-40 3769,54 60,74 1,6 -4,2
Amsterdam
AEX 324,37 6,63 2,1 -3,3
Athen ATHEX-20 983,95 31,20 3,3 -12,6
Brüssel BEL-20 2543,41 28,54 1,1 1,3
Budapest BUX 21549,33 281,52 1,3 1,5
Helsinki OMXH-25 2108,39 36,60 1,8 3,7
Istanbul NAT30 63237,14 1695,14 2,8 -5,6
Kopenhagen OMXC-20 361,86 7,09 2,0 7,5
Madrid IBEX-35 10434,90 101,30 1,0 -12,6
Mailand FTSE-MIB 21320,80 252,48 1,2 -8,3
Moskau RTS 1429,77 39,52 2,8 -1,0
Oslo OBX 326,63 9,06 2,9 -3,7
Prag PX 1148,00 9,00 0,8
Stockholm OMXS-30 966,38 19,00 2,0 1,5
Warschau WIG-20 2288,85 23,84 1,1 -4,2
Wien
ATX 2453,61 14,66 0,6 -1,7
Zürich SMI 6791,48 80,49 1,2 3,8
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March 01, 2010 12:36 ET (17:36 GMT)
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