DJ XETRA-SCHLUSS/Gelungener Wochenstart - Merck kauft zu
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat einen gelungenen Wochenstart hingelegt. Trotz eines schwächelnden Euros konnte der Aktienmarkt nicht nur zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen trotzen, der Index beendete den Handelstag sogar nahe seines Tageshochs. Der DAX schloss mit einem Plus von 2,1% oder 115 Punkten bei 5.713,51. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 97,3 (Freitag: 112,9) Mio Aktien im Wert von rund 2,87 (Freitag: 3,28) Mrd EUR.
Positiv wurde von Marktteilnehmern gewertet, dass die Übernahme-Tätigkeit an die Börse zurückkehre. Zu nennen sind neben dem Gebot von Merck für den US-Biotechnologiezulieferer Millipore auch die Übernahme des asiatischen Lebensversicherungsgeschäfts des US-Versicherungskonzerns AIG durch den britischen Lebensversicherer Prudential für rund 35 Mrd USD. Nachdem zuletzt Übernahmen am Kapitalmarkt kaum zu refinanzieren waren, stellen Investoren nun den Unternehmen wieder Geld zur Verfügung.
Kein eindeutiges Bild lieferte am Nachmittag der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe aus den USA ab. Leicht negativ wurde aufgenommen, dass der Einkaufsmanagerindex im Februar auf 56,5 Punkte von 58,4 gesunken ist. Positiv wurde dagegen der Anstieg der Beschäftigungskomponente im Hinblick auf den wichtigen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag herausgestellt.
Auf der Gewinnerliste standen die Pharmawerte mit Merck. "Auf den ersten Blick sieht die Übernahme zwar teuer aus", so Heino Ruland von Ruland Research. Positiv sei aber, dass Merck schon kurzfristig einen positiven Gewinnbeitrag erwarte. Unterstelle man eine Ablösung der Bankkredite zur Finanzierung durch Unternehmensanleihen mit einem Zins von 5%, errechneten sich Zinskosten von jährlich 360 Mio USD. Dem stehe ein Gewinn von knapp 328 Mio USD gegenüber, dazu kämen Synergien von 100 Mio. "Damit ist das Geschäft gut für Merck", so Ruland. Die Aktie beendete den Handel mit einem Plus von knapp 3% bei 59,50 EUR.
Die Aktie von Fresenius Medical Care kletterte um 3,8% auf 39,80 EUR, nachdem die Analysten der Citigroup das Kursziel auf 44 EUR angehoben hatten. Die Aktie biete "defensive Stabilität" und Wachstum zu einem vernünftigen Preis, sagt die Citigroup. Bayer zogen um 3,8% auf 50,51 EUR an. Stärkster Gewinner waren allerdings adidas, die ebenfalls von einem Analystenkommentar getrieben um 4,7% auf 38,10 EUR zulegten.
Aus der zweiten Reihe gab es überraschende Zahlen von Stada und Baywa. Die Aktie des Generikaherstellers Stada haussierte nahezu zum Handelsende und legte um 7,3% auf 27,37 EUR zu. "Positiv", stufte Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg die vorläufigen Zahlen ein. Damit unterstreiche das Unternehmen, dass es operativ gut laufe. Der Umsatz liege rund 1% über seiner Schätzung, das Ergebnis 3%. Neben dem operativen Geschäft profitiere Stada zudem davon, möglicher Übernahmekandidat zu werden.
Auch die vorläufigen Zahlen von Baywa wurden von einem Marktteilnehmer positiv eingestuft. Das Ergebnis liege rund 10% oberhalb der Schätzung, dies sei allerdings zu einem großen Teil auf einen Steuereffekt zurückzuführen. Der Umsatz liege dagegen unterhalb des Konsens, was auf Grund des Status von Baywa als Zwischenhändler in Heizöl und Agrarstoffen zu vernachlässigen sei. Der Gewinn je Aktie liege nach Unternehmensangabe bei 1,32 EUR je Aktie, damit sei das Unternehmen mit einem 21er Kurs-Gewinn-Verhältnis an der Börse bewertet, was nicht billig sei. Die Aktie beendete den Handel mit einem Plus von 1,8% bei 27,27 EUR den Handel.
Lanxess legten um 8% auf 29,17 EUR zu. Das Unternehmen hatte seinen Ausblick für 2010 angehoben. Demnach wird ein bereinigtes EBITDA von 450 Mio EUR bis 470 Mio EUR angepeilt, die vorherige Zielvorgabe belief sich auf 400 Mio EUR bis 420 Mio EUR. "Das ist ein ordentlicher Schluck über der Markterwartung und spricht für ein außergewöhnlich gut verlaufenes Schlussvierteljahr", sagt ein Händler.
DJG/thl/raz
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March 01, 2010 12:14 ET (17:14 GMT)
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