DJ UPDATE: Stada plant nach guten Zahlen mindestens op Margenstabilisierung
(NEU: Weitere Aussagen des Unternehmens, Markteinschätzung, Analyst, Aktienkurs)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Stada Arzneimittel AG sieht nach Ertragssteigerungen im abgelaufenen Jahr auch 2010 die Chance, die Erträge operativ zu verbessern und mindestens eine operative Margenstabilisierung zu erreichen. Das kündigte der MDAX-Konzern mit Sitz in Bad Vilbel am Montag bei Vorlage vorläufiger Jahreszahlen an.
Die Umsatz- und Ertragsentwicklung des Konzerns werde auch im laufenden Jahr von unterschiedlichen und teilweise gegenläufigen Faktoren in den verschiedenen nationalen Märkten geprägt sein, hieß es weiter. Von der dabei insgesamt vom Vorstand erwarteten Umsatzsteigerung 2010 sollten auch positive Einflüsse auf die Ertragsentwicklung ausgehen.
Im abgelaufenen Jahr lag der Konzernumsatz mit ca. 1,569 Mrd EUR etwa 5% unter Vorjahr. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis und Währungseffekte wäre der Gruppe ein Wachstum um ca. 4% gelungen. Das EBITDA konnte um rund 10% auf 280,1 Mio EUR gesteigert werden. Das EBIT kletterte um ca. 10% auf 192,5 Mio EUR. Der Konzerngewinn verzeichnete einen Zuwachs von etwa 32% auf 100,4 Mio EUR.
Bereinigt um einmalige Sondereffekte sowie nicht operativ bedingte Effekte aus Währungseinflüssen und Zinssicherungsgeschäften sei 2009 das Ertragsniveau des Vorjahres voraussichtlich annähernd erreicht worden, erklärte Stada. Der bereinigte Konzerngewinn habe mit ca. 115,8 Mio EUR auf Vorjahresniveau gelegen. Das bereinigte EBITDA sei um etwa 2% auf 287,5 Mio EUR moderat zurückgegangen. Das zu Jahresbeginn kommunizierten Mindestziels eines bereinigten EBITDA von 250 Mio EUR sei damit klar übertroffen worden.
Vor dem Hintergrund der vorläufigen Ergebnisse kündigte Stada eine Dividendenanhebung für 2009 an: Die Dividende je Stammaktie soll auf 0,55 (Vorjahr 0,52) EUR je Anteilsschein steigen.
Mit dem Vorschlag zur Dividendenerhöhung wolle der Vorstand die Aktionäre am gestiegenen Konzernergebnis beteiligen, ohne dabei den finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum zu stark einzuengen, erklärte der Anbieter von Nachahmermedikamenten. Auch das mittelfristige Ziel, der weitere Abbau der Nettoverschuldung, werde dabei nicht in Frage gestellt.
Im Jahr 2009 sei die Nettoverschuldung des Konzerns wie angestrebt deutlich auf ca. 899 Mio EUR zurückgeführt worden, nach 1,0 Mrd EUR zum Jahresende 2008. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA verbesserte sich auf 3,1. Ziel sei die Rückführung dieser Kennziffer auf einen Wert von maximal 3, hieß es.
Für größere Projekte wie zum Beispiel Akquisitionsvorhaben oder Kooperationen mit Kapitalbeteiligung seien unverändert geeignete Kapitalmaßnahmen vorstellbar, sofern solche Zukäufe die Eigenkapitalquote zu stark belasten würden, bekräftigte das Unternehmen. Für den Konzern sieht der Vorstand unverändert strukturelle und operative Wachstumschancen. Dennoch müsse sich Stada auch weiterhin mit nicht operativen Einflussfaktoren wie Währungsrelationen und spezifischen Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen auseinandersetzen. Im operativen Geschäft könne es immer wieder zu regulatorischen Eingriffen in einzelnen nationalen Märkten kommen. Auch intensiver Wettbewerb und Margendruck könnten das Geschäft belasten.
Händler bewerteten die vorläufigen Zahlen des Generikaherstellers in einer ersten Einschätzung positiv. Der Umsatzrückgang sei nicht so stark wie erwartet ausgefallen, auf der Ergebnisseite habe das Unternehmen positiv überrascht. Eine Erhöhung der Dividende war im Vorfeld erwartet worden. Stada gingen nach den Zahlen mit einem Plus von 7,3% auf 27,37 EUR aus dem Handel.
Auch Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg (MMW) stuft die vorläufigen Zahlen von Stada positiv ein. Damit unterstreiche das Unternehmen, dass es operativ gut laufe, meinte er. Der Umsatz liege rund 1% über seiner Schätzung, das Ergebnis 3%. Neben dem operativen Geschäft profitiere Stada zudem davon, möglicher Übernahmekandidat zu werden, so der Analyst.
Momentan findet der Verkauf des Wettbewerbers Ratiopharm statt. Sollte ein unterlegener Bieter in diesen Markt einsteigen wollen, komme er an Stada kaum vorbei, erklärte der Analyst. Positiv sei zudem herauszuheben, dass Stada die Nettoverschuldung deutlicher als erwartet gesenkt habe. Auf Grund der beiden Faktoren ist die Aktie für Huwald ein "Kauf" mit einem Kursziel von 29 EUR.
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March 01, 2010 11:57 ET (16:57 GMT)
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