DJ ots.CorporateNews: Deloitte / M&A: Es geht weiter - aber anders als bisher
Berlin/München (ots) - Deloitte-Report: Renaissance der
Private-Equity-Branche/Shift der Spielregeln
Die letzten zwei Jahre haben sich zwar massiv auf den Bereich
Mergers & Acquisitions (M&A) ausgewirkt, doch nach einer schwierigen
Phase erwarten Experten nun einen Rebound dieses Segments - nicht
zuletzt durch den krisenbedingten Investitionsstau. Allerdings werden
sich die Rahmenbedingungen signifikant ändern: Die Investoren,
insbesondere Private-Equity (PE)-Gesellschaften, müssen ihre
Transaktionen gründlich prüfen, die Kapitalbeschaffung bleibt
schwierig, die Hürden für den
Exit via
IPO liegen deutlich höher und
vor allem das Instrument des Kredithebels wird zurückhaltender
genutzt werden. Als attraktive europäische Investitionen gelten
Unternehmen aus Frankreich und Deutschland, insbesondere aus der
Finanz- und Healthcare-Branche. Dabei ist jedoch mit geringeren
Renditen zu rechnen, wie der Deloitte-Report "Upfront - the rules
have changed; insights for corporate M&A and private equity" zeigt -
der zum heutigen Start der Private-Equity-Konferenz "2010
SuperReturn" erscheint.
"Entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist 2010 mit
einem Anstieg der M&A-Aktivitäten zu rechnen. Dabei werden vor allem
jene Investoren zu den Gewinnern zählen, die auf Unternehmen mit
hohem Wertschöpfungspotenzial setzen, während Kredithebel an
Bedeutung verlieren. Das heißt auch: Die Private-Equity-Investoren
suchen sich ihre Objekte künftig sehr genau aus. Als attraktiv gelten
Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Healthcare, wobei der
europäische Fokus auf Deutschland und Frankreich liegt", erklärt
Karsten Hollasch, Partner Transaction Advisory Services von Deloitte.
Operative Kompetenz gefragt
Indikatoren des M&A-Aufschwungs: Die Deal-Pipeline ist prall
gefüllt - dabei werden aktive Unternehmen, institutionelle Anleger
und Private-Equity-Gesellschaften gleichermaßen eine tragende Rolle
spielen. PE-Gesellschaften werden das Business künftig noch stärker
aktiv (mit) entwickeln -Investoren werden die entsprechenden
Unternehmen respektive ihre
Performance und Potenziale sehr genau
prüfen.
Kapitalbeschaffung bleibt schwierig
Eine zentrale Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit der zu
befürchtenden Kreditklemme, spielt die Finanzierungsfrage. Hier gibt
es mehrere Möglichkeiten: Nach Einschätzung von Michael Smith,
Chairman von CVC Partners, kommen für die Kapitalbeschaffung bei
kleinen und mittleren Deals vor allem Banken-Syndikate infrage,
während bei größeren Vorhaben ergänzend
Fonds oder der Bondmarkt -
hier vor allem in Form hochverzinslicher Anleihen - in Anspruch
genommen werden. Auch wird es eine größere Anzahl von All-Equity
Deals geben. Problematisch ist, dass auch für viele Banken die
Kapitalbeschaffung und damit für Investoren die Finanzierung über
Kredithebel schwierig ist. Dementsprechend sind auch Mezzanine Funds
weniger freigiebig und konzentrieren sich auf die
Absicherung ihrer
Portfolios. Eine Alternative dazu sind kapitalstarke Staatsfonds.
Exit: IPO-Talsohle ist durchschritten
Die Exit-Optionen für Investoren sind aktuell merklich geschrumpft
- insbesondere mit Blick auf IPOs, die durch Faktoren wie die
negative Marktentwicklung, sinkendes Anlegervertrauen und unsichere
Unternehmensperformances auf ein Mindestmaß zurückgegangen sind. Nach
Ansicht vieler Experten wird das Pendel aber allmählich wieder in die
andere Richtung ausschlagen - Craig Coben von BofA Merrill Lynch
rechnet noch in diesem Jahr mit der Re-Normalisierung der Lage.
Jedoch unter verschärften Bedingungen: Die Verschuldung bzw.
Bilanz spielt hier ebenso eine Rolle wie die Qualität des Managements und
die aktuellen Marktaussichten. Sicher ist: Ein Börsengang wird
deutlich mehr Zeit und Sorgfalt in Anspruch nehmen als vor der Krise
- so kann allein die Planungsphase bis zu zwei Jahre dauern. Andere
Exit-Varianten wie Trade Deals erfordern ebenfalls genaueste
Vorbereitung, während das Gelingen von Secondary Buyouts eng von den
Potenzialen der gehandelten Unternehmen abhängt.
"Eine weitere Möglichkeit für Investoren ist die Abspaltung des
Kerngeschäfts von weniger profitablen Unternehmensteilen. Deloitte
hat hierfür eine Zehn-Punkte-Liste erarbeitet, die alle notwendigen
Maßnahmen beinhaltet. Doch unabhängig davon: Damit der M&A-Markt
wieder in Schwung kommen kann, bedarf es sowohl einer ausreichenden
Liquidität aller Beteiligten als auch der Erschließung neuer
Potenziale - beispielsweise in den aufstrebenden Märkten", ergänzt
Karsten Hollasch.
Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.
Ende
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February 08, 2010 08:35 ET (13:35 GMT)