DJ UPDATE2: Arcandor und Metro sprechen Donnerstag über Kaufhäuser
(NEU: Details, Antrag auf Staatshilfe)
Von Kirsten Bienk
DOW JONES NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Die Handelskonzerne Arcandor und Metro tasten sich an Gespräche über ihre Warenhaus-Aktivitäten heran. Während eines für Donnerstag anberaumten Treffens wollen die beiden Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick und Eckhard Cordes Gedanken zur Zukunft der deutschen Warenhauslandschaft austauschen. Um die Vertraulichkeit zu wahren, werden weder Ort noch Zeit bekannt gegeben. Ob einer der beiden Konzerne im Anschluss etwas über den Inhalt der Gespräche mitteilt, ist ungewiss.
Die Verabredung der beiden Manager hatte sich als schwierig gestaltet: Arcandor hatte am Dienstag sowohl den Metro-Vorstandsvorsitzenden als auch den Deutschland-Chef von Goldman Sachs um 10 Uhr in die Arcandor-Zentrale nach Essen gebeten. Eine spontane Zusage zu dem Treffen war durch beide Unternehmen aber ausgeblieben.
Metro begrüßte zwar generell ein solches Spitzengespräch, wollte sich aber mit Verweis auf den Terminkalender von Cordes noch nicht auf einen bestimmten Termin festlegen lassen. Goldman Sachs wollte sich am Dienstag nicht zu der Einladung äußern.
Am Mittwoch teilte Metro dann mit, dass Cordes und Eick sich darauf geeinigt hätten, dass ein "Spitzentreffen im größeren Kreis zum Thema Warenhaus" zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll. Wann und mit wem, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns aber auch auf Nachfrage nicht. Beide Vorstandsvorsitzenden hätten sich auf einen ersten bilateralen Gedankenaustausch verständigt und wollten über die Zukunftssicherung der Karstadt-Häuser diskutieren. Zu Ort und Zeitpunkt wurde laut Metro Stillschweigen vereinbart.
Arcandor zeigte sich mit ihrer Informationspolitik etwas offener: Eick und Cordes würden sich am Donnerstag treffen, sagte ein Sprecher. Aber Ort und Zeit wollte auch er nicht nennen.
Mit der Einladung hatte der Essener Touristik- und Handelskonzern auf die von der Metro AG zuvor vorgestellten Pläne zur Kooperation von Kaufhof und Karstadt reagiert. Arcandor-Vorstandsvorsitzender Eick will nun endlich in die Diskussion um die Zukunft der zur Arcandor gehörenden Karstadt-Warenhäuser eingebunden werden. Noch am Vortag hatte er kritisiert, dass er die Pläne des Mitbewerbers Metro gar nicht kenne und nie dazu befragt worden sei.
Eick hat allerdings Vorbehalte: Obwohl er nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag ganz offen in die Spitzenrunde gehen werde, sei klar, dass eine Fusion der Warenhäuser überhaupt nur denkbar sei, wenn weder die Insolvenz von Karstadt noch die der Mutter Arcandor Voraussetzung sei.
Der Arcandor-Vorstand hatte ebenfalls seine Einschätzung bekräftigt, dass eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Warenhausgesellschaften den Arcandor-Konzern nicht retten würde. Arcandor benötige zunächst eine sichere und langfristige Finanzierung. Da Arcandor diese nach eigener Einschätzung derzeit nur durch staatliche Unterstützung sicherstellen kann, will der Vorstand die entsprechenden Bürgschaften weiterhin beantragen.
Allerdings will Arcandor keine Möglichkeit zur Verbesserung der Situation ungenutzt lassen. Es sei geplant, sich jede Option offen anzuschauen, sagte der Sprecher.
Derweil hat Arcandor alle Vorbereitungen getroffen, um wie angekündigt einen Antrag auf Staatsbürgschaften zu stellen. Der Bürgschaftsantrag über 650 Mio EUR liege jetzt inklusive aller für die Antragsbearbeitung relevanten Bankenunterlagen den Kernbanken Royal Bank of Scotland, Bayerische Landesbank und Commerzbank in Berlin vor, teilten die Essener am Mittwochabend mit.
Die Arcandor AG hatte bereits in der vergangene Woche einen Antrag auf Staatsbürgschaften aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Deutschlandsfonds angekündigt. Es gehe um die anstehende Refinanzierung des Konzerns, hatte das Unternehmen seinen Schritt begründet. Die Finanzkrise erschwere den Zugang zu neuen Krediten beziehungsweise die Verlängerung bestehender Kredite.
Am Markt sorgen die Nachrichten für wenig Bewegung: Die Arcandor-Aktie verliert gegen 10.00 Uhr in einem schwachen MDAX knapp 0,5% auf 2,15 EUR.
Webseite: http://www.arcandor.de
http://www.metrogroup.de
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
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May 21, 2009 04:10 ET (08:10 GMT)
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