DJ Europa-Börsen machen nach US-Stresstests Vortagesminus wett
FRANKFURT (Dow Jones)--Komplett erholt von den Vortagsverlusten zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Freitagmittag. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt gegen 12.30 Uhr 2,4% oder 57 auf 2.463 Punkte, der Stoxx-50 legt um 1,8% oder 37 auf 2.112 Zähler zu. Technische Analysten sehen den Euro-Stoxx-50 bei 2.380 Punkten gut unterstützt. Die plötzlichen Gewinnmitnahmen vom Vortag hätten nichts an der allgemein guten Stimmung am Markt geändert, sagt ein Händler. Zahlreiche Investoren seien vor der Bekanntgabe der Ergebnisse des US-Stresstests auf Nummer sicher gegangen und hätten Positionen geschlossen.
Die Ergebnisse des Tests entsprächen im Großen und Ganzen den Erwartungen und hätten keine größeren Überraschungen mehr gezeigt. Daher sei der Markt am Freitag wieder auf die bullishe Weltsicht eingeschwenkt.
Neben einigen Quartalsberichten steht vor allem der US-Arbeitsmarktbericht im Blick. Nach dem besseren ADP-Arbeitsmarktbericht könnte es hier positive Überraschungen geben, heißt es. Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang der Zahl der Beschäftigten im April um 610.000 gegenüber dem Vormonat. Allerdings gibt es auch deutlich niedrigere Schätzungen im Markt.
Banken positiv getestet
Kräftig nach oben geht es für den europäischen Bankensektor nach der Bekanntgabe des US-Stresstests. Der Sektor-Index legt um 3% zu, gefolgt von den Versicherern mit plus 2,9%. "Die Leute sind erleichtert, dass negative Überraschungen ausgeblieben sind", heißt es im Handel. Im Prinzip seien die Ergebnisse genauso wie im Vorfeld erwartet.
Die Meinungen der Analysten zum Test gehen indes auseinander: So hat die UBS den US-Bankensektor auf Neutral erhöht. Die Stresstests stellten einen wichtigen Schritt in Richtung einer vollständigen Rekapitalisierung des US-Bankensystems dar, so ihre Begründung. Die Kreditanalysten der UniCredit weisen jedoch darauf hin, dass die Schlussfolgerungen zum Kapitalbedarf der Banken mit den Schätzungen des IWF kaum in Einklang zu bringen seien.
RBS springen um 13%, Lloyds um 5% und UniCredit um 5,1% nach oben. Die Quartalszahlen der RBS werden im Handel als gemischt eingestuft. Die Einnahmen hätten sich besser als erwartet entwickelt, dem stünden allerdings Abschreibungen und Kreditverluste gegenüber. Die Bilanz der Bank stehe noch immer unter Druck.
Energiewerte gesucht
Die stabile Ölpreis-Entwicklung und Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung beflügeln auch die Energiewerte. Der Sektor-Index steigt um 2,2%. Repsol steigen nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um 3,2% auf 15,50 EUR. Nach Einschätzung von Banesto hat sich das Ergebnis im ersten Quartal besser als im Konsens erwartet entwickelt. Total legen um 2,6% zu und ENI um 2,8%.
Der Rohstoffsektor legt um 1,8% zu. Nach den jüngsten Preissprüngen bei Öl und Industriemetallen wollten Investoren sicher stellen, den Zug nicht zu verpassen, heißt es dazu. XStrata ziehen um 4,7% an und AngloAmerican um 1,7%.
Defensive Telekomaktien verlieren an Attraktivität
Der Telekomsektor präsentiert sich am Berichtstag dagegen durchwachsen. Der Branchen-Index legt mit 0,5% nur unterdurchschnittlich zu. Angesichts der jüngsten Hausse in zyklischen Werten und im Bankensektor habe die Branche stark an Attraktivität eingebüßt, sagt ein Händler. Daneben seien die Dividendenzahlungen nicht mehr sicher, und die historisch hohe Dividendenrendite sei in der Vergangenheit einer der Hauptgründe gewesen, um in dem defensiven Sektor investiert zu sein.
France und Telecom Italia legen nur je 0,5% zu. Deutsche Telekom verlieren sogar weitere 0,6% auf 8,10 EUR und notieren damit auf dem Tiefstand von 2002.
DJG/mod/gos
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May 08, 2009 06:38 ET (10:38 GMT)
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