DJ UPDATE2: Steuerbonus verhilft Postbank zu Gewinn im 1. Quartal
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Von Madeleine Nissen
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Ein Steuerbonus hat der Deutschen Postbank AG im ersten Quartal zu einem Gewinn verholfen. Das Institut rechne im ersten Quartal mit einem positiven Nachsteuerergebnis, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Klein am Mittwoch auf der Hauptversammlung in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Der Steuereffekt liege im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich in Euro. Den Grund für den Steuerbonus nannte er nicht.
Ohne den Bonus hätte die Postbank es wohl nicht geschafft, ein positives Nachsteuerergebnis zu erzielen. Nähere Angaben zum Ergebnis machte Klein nicht. Die Erstquartalszahlen legt die Postbank am 5. Mai vor.
Belastend hätten sich in den letzten Märztagen jedoch Ratingabstufungen auf das strukturierte Kreditportfolio ausgewirkt, sagte Klein weiter. Den Höhepunkt der Belastungen aus der Finanzkrise habe die Postbank aber im vierten Quartal gesehen. Der negative Trend kehre sich langsam um. Zwar sei mit weiteren Beeinträchtigungen als Folge der Krise zu rechnen, aber der Großteil hiervon werde wohl überwiegend im ersten Halbjahr liegen. Insgesamt dürfte die Belastung im ersten Quartal im Vergleich zum vierten Quartal spürbar geringer ausgefallen sein.
Um auf Nummer sicher zu gehen, will die Postbank Risikopositionen weiter abbauen. Dies dürfte ohne erhebliche Folgen für die Gewinn- und Verlustrechnung gelingen, prognostizierte Klein. Bis zum Jahr 2013 will die Postbank ihre Finanzanlagen gegenüber September 2008 um 35% bis 45% gesenkt haben. Dies soll durch ein Auslaufen der Bestände geschehen. In diesem Jahr sollen die Investitionen in Finanzanlagen um 10% heruntergeschraubt werden. Auch ein Anstieg der Risikovorsorge im laufenden Jahr sei bereits "planerisch berücksichtigt", sagte Klein.
Die Höhe der Wertberichtigungen insgesamt dürfte seiner Einschätzung nach in diesem Jahr deutlich unter dem Niveau von 2008 liegen, auch wenn 2009 für Banken wohl erneut ein schwieriges Jahr sein werde. Wegen des Verlusts im zurückliegenden Jahr schlägt die Postbank der Hauptversammlung vor, keine Dividende zu zahlen.
Im Streit um den Bonus für die Postbank-Manager in Millionenhöhe verteidigte Deutsche-Post-CEO Frank Appel die heftig kritisierte Zahlung: Das Team um Klein habe in schwierigen Zeiten einen guten Job gemacht. Über das Angebot von Klein, im Jahr 2009 für das symbolische Gehalt von 1 EUR zu arbeiten, werde der Aufsichtsrat noch entscheiden, sagte Appel. Mit diesem Angebot will Klein zeigen, dass er in schwierigen Zeiten Verantwortung übernimmt.
Der angebotene Gehaltsverzicht von Klein besänftigte viele Privatanleger nicht: In Redebeiträgen hagelte es Kritik an den Bezügen von Bankmanagern.
Vorwiegend kritische Worte fanden Kleinaktionäre auch für den Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank. Diese Transaktion sei einzig im Interesse der Verkäuferin Deutschen Post, monierte ein Anleger. Postbank-Manager Klein verwies hingegen auf die erwarteten Synergien aus dem Einstieg des Frankfurter DAX-Konzerns bei der Postbank. Diese dürften seiner Prognose nach in den nächsten drei bis vier Jahren bei 120 Mio bis 140 Mio EUR liegen, wovon beide Häuser je zur Hälfte profitieren werden.
Die in den vergangenen Tagen wieder belebte Diskussion um die so genannte "Bad Bank" begrüßte Klein. Er bekräftigte das Interesse der Postbank an Säule 3 des Maßnahmenpakets der Bundesregierung, "wenn die Konditionen stimmen". "Durch die Auslagerung der belasteten Papiere aus den Bilanzen der Banken könnte das gesamte System entlastet werden", sagte der Vorstandsvorsitzende. Allerdings dürfe eine Lösung nicht auf der Kosten der Steuerzahler gehen, forderte er.
Die Postbank-Aktie tendierte am frühen Nachmittag fest. Das Papier notierte an der Börse mit einem Plus von 1,8% bei 14,22 EUR. Der MDAX, in dem die Postbank-Aktie notiert ist, gewann zu dieser Zeit 0,2%.
Webseite: http://www.postbank.de
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April 22, 2009 09:41 ET (13:41 GMT)
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