DJ UPDATE2: E.ON-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein
(NEU: Aussagen aus der Bilanzpressekonferenz, Einschätzungen, Aktienkurs)
Von Martin Rapp
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Mit einem Kurseinbruch von zeitweise bis zu 9% hat die Börse am Dienstag auf Ausblick und Geschäftsbericht der E.ON AG reagiert. Der Düsseldorfer Energiekonzern hatte zuvor den mittelfristigen Ergebnisausblick gesenkt und rechnet für das laufende Jahr mit einem rückläufigen Konzernüberschuss. Zudem wird die Investitionsplanung zusammengestrichen - statt 36 Mrd EUR wird E.ON in den Jahren 2009 bis 2011 nur noch 30 Mrd EUR investieren.
Für 2010 rechnet der DAX-Konzern nun mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 11 Mrd EUR, das wäre ein Plus von rund 10%. Bislang hatte man für das neue Geschäftsjahr ein EBIT von 12,4 Mrd EUR anvisiert.
Höheren Gewinnen aus der Stromerzeugung stünden voraussichtlich geringere Absätze im Strom- und Gasgeschäft, negative Effekte aus der Regulierung von Strom- und Gasnetzen in Deutschland, Belastungen durch Entwicklungen der Wechselkurse sowie niedrigere Ergebnisbeiträge neuer Geschäftsbereiche gegenüber, erklärte E.ON.
Für das laufende Geschäftsjahr peilt E.ON ein bereinigtes EBIT auf dem Niveau des Vorjahres an. Der bereinigte Konzernüberschuss wird 2009 aufgrund höherer Zinsaufwendungen für die gestiegene Verschuldung wohl um 10% sinken. Die Kürzung der Investitionen betreffe nahezu alle Sparten, erklärte das E.ON-Management.
Etwa ein Drittel der nun geplanten Ausgaben sollen in die Modernisierung und den Ersatz von Netzen und Kraftwerken in Deutschland und Großbritannien gehen, zwei Drittel sind für - vor allem organisches - Wachstum vorgesehen. Schwerpunkt ist dabei der Ausbau der Kraftwerkskapazitäten in den Niederlanden, in Belgien, in der Slowakei und in Russland.
Das Beteiligungsportfolio will das Unternehmen "konsequent überprüfen". Bis Ende 2010 sollen Assets im Umfang von mindestens 10 Mrd EUR verkauft werden. Unter anderem erwägt E.ON man die Abgabe der Stadtwerke-Beteiligungsholding Thüga - ein Verkaufsbeschluss ist aber noch nicht getroffen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte E.ON vor allem durch Zukäufe die Erlöse um 26% auf 86,8 Mrd EUR. Der Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter sank auf 1,27 (Vorjahr: 7,20) Mrd EUR. Für den Rückgang sind unter anderem hohe Abschreibungen in den USA und Italien verantwortlich.
Der bereinigte Konzernüberschuss lag mit 5,6 Mrd EUR leicht über den Markterwartungen. Das bereinigte EBIT wurde von E.ON erwartungsgemäß um 7,3% auf 9,9 Mrd EUR gesteigert.
Die Börsianer reagierten verschreckt auf die Neuigkeiten aus Düsseldorf. Die Aktie verlor bis zum Mittag in einem überwiegend freundlichen Markt um 7,72% auf 18,66 EUR.
Offenbar bekomme E.ON die finanziellen Folgen der aggressiven Expansion der vergangenen Jahre zu spüren, urteilen die Analysten von Merck Finck.
UniCredit spricht von einer "klaren Enttäuschung". Durch die Ankündigung der Abschreibungen und den gleichzeitig erhöhten Sparanstrengungen, habe man daran geglaubt, dass E.ON sein Gewinnziel halten werde. Die stückweise Offenbarung schlechter Nachrichten lasse die Frage im Raum stehen, ob nicht auch in Russland Abschreibungen anstünden.
Nach Einschätzung der Analysten von Sal. Oppenheim ist der gesenkte Ausblick für den Aktienkurs vor allem eine kurzfristige Belastung. Die neue Prognose schaffe aber mittelfristig mehr Sicherheit und führe noch immer zu einer Bewertung mit substanziellem Aufwärtspotenzial und einer stabilen Dividende für 2009.
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March 10, 2009 08:18 ET (12:18 GMT)
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